Professor Dr. Rainer Hauke, Pfarrer
Anschrift: Jakobikirchstr. 6 - D-10969 Berlin
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Arbeitsfragen (nicht nur für Studierende der Theologischen Fakultät)

zum Gebiet: Die Erkenntnis Gottes
1. Kann der Mensch Gott erkennen?
2. Wie ist der Ansatz einer —natürlichen Theologiež zu verstehen?
3. Ist der Mensch —religiösž? Was tragen die möglichen Antworten aus für das Verständnis von Vernunft und Offenbarung und ihres Verhältnisses?
4. Erläutern Sie die Programmatik eines —credo, quia absurdumž versus —credo, ut intelligamž!
5. Das Programm der sogenannten Gottesbeweise
6. Wie beurteilen Theologen philosophische Ansätze wie: Metaphysik, Ontologie, Analogie? Zeigen Sie verschiedene Möglichkeiten auf!
7. Wie kann der biblische Gedanke vom Menschen als Bild Gottes verstanden werden?

zum Gebiet: Gottes- und Trinitätslehre
1. Wie verhält sich die Lehre vom einen Gott zur Lehre vom dreieinen Gott?
2. Kann der christliche Glaube noch Monotheismus genannt werden?
3. Interpretieren Sie die Bestimmung Gottes als —ein Wesen in drei Personenž im Zusammenhang mit den dogmengeschichtlichen Alternativen von Subordinatianismus und Modalismus!
4. Was trägt der (scholastische) Grundsatz aus: —opera trinitatis ad extra sunt indivisaž?
5. Worum geht es beim Streit um das filioque?
5. Interpretieren Sie Karl Barths Betonung der sogenannten immanenten Trinität und Karl Rahners Satz: —Die immanente Trinität ist die ökonomische Trinitätž!
6. Wie ist die Lehre von den Eigenschaften Gottes zu verstehen? Ist sie nicht ein philosophischer Rest?
7. Haben wir nicht alle denselben Gott? Oder ist die Trinitätslehre das —unterscheidend Christlichež?

zum Gebiet: Schöpfungslehre
1. Welche Denkfigur impliziert die Vorstellung von der Welt als Schöpfung (creatio ex nihilo)? Wie ist sie biblisch begründet? Interpretieren Sie alternative Denkmodelle!
2. Wie ist der Gedanke von der —Bewahrung der Schöpfungž biblisch eingebunden?
3. Wie sieht der Sachstand im Gespräch zwischen Theologie und Naturwissenschaft aus?
4. Erläutern Sie die Vorstellung von der Anthropozentrik der Schöpfung!
5. Was meint Gottes Vorsehung? Wie kann der Gedanke der Prädestination verstanden werden?
6. Gibt es Engel?
7. Setzt die Rede von Gott nicht auch die Rede vom Teufel voraus? Beweist die Erfahrung des Bösen im Umkehrschluß Gott oder ist die Frage —Wie kann Gott das alles bloß zulassen?ž das Totschlagargument gegen die Annahme Gottes?

zum Gebiet: Anthropologie
1. Welcher Stellenwert kommt der Anthropologie in der Theologie zu?
2. Gibt es ein biblisches Menschenbild?
3. Wie kann der biblische Gedanke vom Menschen als Bild Gottes verstanden werden? (vgl. dieselbe Frage im Gebiet: Gotteserkenntnis)
4. Was leistet die Rede vom Menschen als Leib und (Geist-)Seele (versus Ganzheitlichkeit des Menschen)?
5. Ist die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen theologisch relevant?
6. Was meint die Rede von der —Personalitätž des Menschen? Was bedeutet theologisch für ihn seine Endlichkeit und Sterblichkeit, sein Streben nach Glück?
7. Erläutern Sie verschiedene Verständnisse des Begriffes Sünde samt ihren theologischen Konsequenzen (persönliche Sünde, strukturelle —Sündež, Unmoral oder Unglaube?)!
8. Was leistet der Begriff der —Erbsündež (oder Ursprungssünde) theologisch? Gehört sie zur Natur des Menschen? Wie kann sie erkannt werden? Sollten wir heute noch davon reden? Ist nicht auch die Lehre vom sogenannten —Urstandž überholt?
9. Hat der Mensch einen freien Willen?

zum Gebiet: Christologie
1. Erläutern Sie die Frage: —Wie begegnet uns im Menschen Jesus von Nazareth Gott zu unserm Heil? (Was heißt dann «HeilŽ? Wäre es vom «WohlŽ zu unterscheiden?)ž
2. Benennen und interpretieren Sie einige Grundfragen der Christologie (implizite und explizite Christologie, vom Verkündiger zum Verkündigten, die Bedeutung der biblischen Hoheitstitel, das Verhältnis von Kreuz und Auferstehung, Christologie —von untenž und Christologie —von obenž)!
3. Warum bekennt das Konzil zu Nicäa Jesus Christus als —wahrer Gott und wahrer Menschž?
4. Was leistet der Denkansatz der Logos-Sarx-Christologie (Alexandria)? Was ist sein Hauptproblem?
5. Was leistet der Denkansatz der Logos-Anthropos-Christologie? (Antiochien)? Was ist sein Hauptproblem?
6. Erläutern Sie die Zweinaturenlehre des Konzils zu Chalkedon, ihre Stärken und ihre Probleme!
7. Was bedeuten die christologischen Näherbestimmungen Anhypostasie und Enhypostasie, sowie communicatio idiomatum, letztere dann auch bei Luther und in ihrer nach drei genera unterschiedenen Rezeption in der altprotestantischen Orthodoxie ?
8. Skizzieren Sie Grundzüge der Satisfaktionslehre Anselms von Canterbury!
9. Skizzieren Sie Grundzüge der ostkirchlichen Theosislehre!
10. Welche Position beziehen  die Kirchen der Reformation zur altkirchlichen Christologie?
11. Interpretieren Sie die unterschiedlichen Akzente von Inkarnations- und Kreuzestheologie!
12. Was meint das Extra Calvinisticum?
13. Nennen Sie Grundzüge der altprotestantischen Lehre von der Person Christi, den zwei Ständen Christi und dem dreifachen Amt Christi!

zum Gebiet: Kirche und kirchliches Amt
1. Benennen und erläutern Sie verschiedene Konzeptionen von Kirche!
2. Erläutern Sie die sogenannten Attribute der Kirche: Einheit, Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität!
3. Worum geht es bei der Diskussion um die —notae ecclesiaež? Interpretieren Sie in diesem Zusammenhang CA VII!
4. Widersprechen sich der Grundsatz —extra ecclesiam nulla salusž und der allgemeine Heilswille Gottes?
5. Wie ist das Verhältnis von Christus zu seiner Kirche?
6. Wie läßt sich die Rede von der —einen Kirchež mit der Vielzahl christlicher —Kirchenž vereinbaren?
7. Wie verstehen die großen Konfessionsfamilien das Amt in der Kirche?

zum Gebiet: Sakramentenlehre
1. Worum geht es bei der Lehre von den Gnadenmitteln/Sakramenten? Und: Wozu überhaupt Sakramente?
2. Erörtern Sie das Problem eines allgemeinen Sakramentsbegriffs!
3. Explizieren Sie das Verhältnis von signum und res! Erörtert die Theologie damit lediglich eine theologische Frage?
4. Welche besonderen Fragen, Probleme und Lösungen stellen sich angesichts der Taufe?
5. Welche besonderen Fragen, Probleme und Lösungen stellen sich angesichts des Abendmahls?
- zu 4. und 5.: u.a. Ursprung, Begriffsbestimmungen, historische Kontroversen, rechtliche Regelungen, reformatorische Akzente
6. Führen Sie Grundzüge des Verständnisses der übrigen fünf Sakramente in der römisch-katholischen Kirche aus!
7. Benennen Sie vorder- und tiefgründige konfessionelle Unterschiede bei der Verwaltung der Sakramente!

zum Gebiet: Eschatologie
1. Interpretieren Sie das Arbeitsgebiet —Eschatologiež im Zusammenhang der Frage nach einem christlichen Zeitverständnis! Welche —Typenž von Eschatologie gibt es?
2. Welches sind die traditionellen Einteilungen und Fragestellungen dieses Arbeitsgebietes?
3. Beschreiben und bewerten Sie aus reformatorischer Sicht die mittelalterlich-scholastische —Topographiež des Jenseits!
4. Erläutern Sie das Problemfeld von —Auferstehung Jesu Christiž und —Auferstehung der Totenž!
5. Wer ist der Richter: Gott oder Jesus Christus?
6. Welche Bedeutung hat das Gericht für die Gerechtfertigten?
7. Wo sind unsere Toten?

zum Arbeitsgebiet: Rechtfertigungslehre
1. Interpretieren Sie den (programmatischen) Buchtitel: Das Evangelium von der Rechtfertigung des Gottlosen als Zentrum des christlichen Glaubens
2. Wie lassen sich das römisch-katholische und das reformatorische Verständnis von der Rechtfertigung formelhaft-verdichtet unterscheiden? Erklären Sie die —Formelnž!
3. —Non solum aut... aut, sed etiam et.. et.ž (Jüngel) Wie ist der zwischen dem Vatikan und dem lutherischen Weltbund erklärte Konsens zu verstehen?
4. Welcher Stellenwert kommt der Rechtfertigungslehre im Zusammenhang mit den anderen Arbeitsgebieten der Systematischen Theologie zu?
5. Lassen sich verschiedene Typen im Verständnis der Rechtfertigung unterscheiden?
6. Welche Probleme im Verständnis der Rechtfertigung werden durch die Stufenmodelle eines ordo salutis in der altprotestantischen Orthodoxie erkennbar?
7. Interpretieren Sie das protestantische Verständnis der Rechtfertigung im Anschluß an den Holzschnitt von Lukas Cranach!
 

Entfalten Sie jeweils das Problem, bedenken Sie seinen theologischen Stellenwert und versuchen Sie, sich über den Stand der Diskussion zu informieren (markante Positionen anerkannter Autoren, Berücksichtigung des ökumenischen Horizontes)!
 
 


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