Professor Dr. Rainer Hauke, Pfarrer
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Kurzpredigt in der Feier der Osternacht 2004

Liebe Gemeinde der Osternacht!
—Jesus lebtž, steht auf dem Plakat in der U-Bahn. Klein- Fritzchen buchstabiert, denkt nach und sagt enttäuscht: —Schade, dann fällt Ostern dieses Jahr wohl aus.ž

Ein Witz? Kein Witz! Denn die Feier des Lebens, sie erwächst aus dem Tod - aus Jesu Tod. Und wenn er nicht gestorben wär... dann fiele Ostern wirklich aus. Ostern, das ist Leben aus dem Tod. Hier bekommen wir es mit der Macht Gottes zu tun.

Darum ist diese Nacht größer als wir selbst. Da schlägt alle Trauer um in Freude, die Dunkelheit in Licht. Da wird nicht die Nacht zum Tag gemacht ­ dies wäre nicht genug gewesen. In dieser Nacht beginnt der Tag, der keinen Abend kennt, der Tag des Herrn.

Eine Nacht der Kontraste. Wir hielten Nachtwache - im Hören auf Gottes Wort an die Welt. Die Flammen des Osterfeuers erhellten und erwärmten die Nacht: Christi Auferstehung ist wie ein Feuer, das die Dunkelheit durchdringt. Uns wurde verkündet die Botschaft von seiner Auferstehung, eine Botschaft für die ganze Welt. Da wurde die Osterkerze entzündet und in die Kirche getragen, Symbol für Christus, das Licht der Welt. Und jeder trägt eine Kerze, jeder ist Träger seines Lichtes.
Im Zeichen des Wassers wurden wir dessen inne, daß wir getauft sind, nicht mehr uns selbst oder anderen Mächten gehören, sondern Jesus Christus, dem Herrn des Lebens:

Als Luzia, Pias große Schwester, hier getauft worden war: —Sag mal, Luzia, wer war denn alles da?ž —Papa, Mama, Oma, Opa - und Jesus!ž Und wie sagte Pia, als sie das Jesus-Mosaik hier sah? - —Papa!ž Hier zeigt sich frühes theologisches Gespür. Im Johannesevangelium sagt Jesus: —Wer mich sieht, sieht den Vater.ž Was könnten wir Großen da noch anderes sagen als:
Amen? - Amen!
 
 


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