Professor Dr. Rainer Hauke, Pfarrer
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Kurzpredigt am Ostersonntag im Gottesdienst für Groß und Klein

Liebe Gemeinde von Kleinen und Großen!
Was ist das? Eine Einkaufstüte. Und was ist in dieser Tüte drin? Das steht drauf: —Mehr Osternž. Und das steht da gleich in mehreren Sprachen - auf Französisch: Pâquissime - und auf Italienisch: Pasquisssima. Mal sehen, was das ist: —Mehr Osternž... - auspacken -
Nanu, das sind doch bloß Eier, bunte Eier, Ostereier. Wieso ist das —mehr Osternž? Ostereier gibt es jetzt doch überall. Überall suchen Menschen Ostereier und feiern den Frühling (auch wenn der immer noch auf sich warten läßt). Was hat die Suche nach Eiern eigentlich mit Ostern zu tun? Haben Ostereier überhaupt mit Ostern zu tun?
Ostern ist doch das Fest der Auferstehung Jesu. Da geht es doch nicht um Eier - da geht es um Gott, der Jesus aus dem Tod geholt hat und uns dasselbe verspricht, da geht es ums Leben. Und Leben ohne Gott geht eben nicht. Bloß: Das wollen manche Menschen nicht einsehen - weil sie Gott nicht sehen. Und deshalb nicht an ihn glauben. Manche führen sogar das Wort Ostern auf eine germanische Göttin zurück. Nur weiß keiner, ob unsere Vorfahren wirklich an so eine Göttin geglaubt haben. Auch wenn einem das in der Schule erzählt wird, sollte man vorsichtig sein - denn die Geschichte von der angeblichen Göttin haben vor allem die Nazis verbreitet. Ei der Daus. Da halten wir uns doch lieber an diese harmlosen Eier. Die kennt man ja ganz allgemein als Zeichen für Fruchtbarkeit. Aber wie kommen die bloß zum Osterfest?
Früher, im Mittelalter, waren nach der strengen Fastenzeit erst zu Ostern wieder Eier erlaubt - und dann, im Frühling, gab es sie auch erst wieder. Und zu Ostern wurden dann die kirchlichen Mitarbeiter mit Eiern bezahlt - dem Zinsei. Schöner Brauch? Wäre ich mit ei-nverstanden. Aber wie kommt es zum Suchen von Ostereiern? (Auch wir starten nach dem Gottesdienst ja eine kleine Suche im Garten.)
Was finden wir, wenn wir Ostereier suchen? Das hier: —Mehr Osternž. Wieso? Wer die Geschichte von Jesus kennt und daß Gott ihn aus dem Tod gerettet hat, der hat doch schon so richtig Ostern. Und jetzt soll es noch —mehr Osternž geben? Das geht so: - Ei auspellen und essen -
Ostereier sind nämlich auch Zeichen, die auf Jesus hinweisen: die harte Schale und das feste Eiweiß. Sie bedeuten das Grab Jesu und die weißen Leinentücher, in die er gebettet wurde... Und dann kommt das Beste, das Gelbe. Jesus - —das Gelbe vom Eiž. Mittelalterliche Symbolik.
Jetzt wissen wir mehr, haben wir —mehr Osternž. Jesus Christus ist es, den wir finden, wenn wir Ostereier suchen. Wir gehen den Weg der Frauen zum Grab Jesu nach - wie wir das eben in dem Lied gesungen haben.
Und was haben sie dann getan und gesagt?
—Der Herr ist auferstanden.ž - und den Osterjubel angestimmt: den Ruf —Hallelujaž, lobt Gott.
Laßt uns darin einstimmen - für noch —mehr Osternž! Amen.
Amen.
 
 


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